Gemeindeakademie

Die ETL als Gemeindeakademie

Für Mitarbeitende und Interessierte in den Gemeinden bieten wir derzeit PC- und Internetkurse an, Gedächtnistraining und zweimal jährlich thematische Werkstatttage für Leiter*innen von Seniorenkreisen.

Mit der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Unternehmer (AeU) und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Heilbronn bieten wir jedes Jahr ein Prälaturforum Kirche - Wirtschaft an, das im Wechsel zwischen einem Unternehmen und der ETL durchgeführt wird.

Für KGR-Mitglieder gibt es halbjährlich Workshop-Nachmittage mit je zwei Workshops und für Vorsitzende Einkehrtage "Geistlich gegründet Gemeinde leiten".

Ein besonderer Schwerpunkt liegt aktuell auf Unterstützungsangebote für Menschen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Mit den Diakonischen Bezirksstellen in den Verbandsbezirken und Diakonin Susanne Walter von der Kreisdiakonie führt die ETL Schulunge für Ehrenamtliche durch.

Weitere Angebote finden Sie in der Veranstaltungsübersicht.

In einem Arbeitskreis von Pfarrer*innen des Kirchenbezirks Weinsberg wurde folgende Stellungnahme entwickelt, dann in den Kirchengemeinderatsgremien und der Bezirkssynode (einstimmig ohne Gegenstimme!) diskutiert und beschlossen worden:

 „Auch ich war fremd.“

Wort des Kirchenbezirks Weinsberg zur aktuellen Flüchtlingssituation 

Was sagt die Bibel?

„Weil ihr auch Fremdlinge in Ägypten gewesen seid“, so wird schon im Ersten Testament das Volk Israel häufig erinnert: Gerade sind Abram und Sara aufgebrochen in das Land, das Gott ihnen zeigen will, da werden sie nach einer Hungersnot im verheißenen Land zu Fremdlingen in Ägypten. Mose erfährt, wie es ist, wenn man fremd ist; auch Ruth. David muss, bevor er König wird, ins Ausland fliehen. Später wird die ganze Oberschicht der Israeliten ins Exil nach Babylon verschleppt.

Vertreibung, Flucht vor Hungersnot oder Verfolgung begleiten ständig die Geschichte des Volkes Israel. Der Schutz von Fremden gehört zu den häufigsten Geboten. Immer wieder musste betont werden, dass Gott die Fremden liebt.[1] Gerade am Umgang mit den Fremden soll sich der Glaube an Gott zeigen: „Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig … Der Fremde … bei euch soll euch wie ein Einheimischer gelten“.[2]

Bei Jesus setzen sich diese Linien fort. Die Weisen aus der Fremde machen politisch bekannt, dass Christus geboren wurde. Der erste Weg des neugeborenen Jesus ist die Flucht nach Ägypten; so erzählt Matthäus.[3]  Als Erwachsener sagt Jesus von sich einmal, er sei ein Fremder; heimatlos und ohne Platz, wo er sein Haupt hinlege.[4] Zugleich identifiziert er sich mit den Fremden, den Obdachlosen und spricht ihnen eine ganz eigene Würde zu: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (und Schwestern), das habt ihr mir getan.“[5]

Die Apostelgeschichte erzählt von Pfingsten, wie Menschen den versöhnenden Geist Gottes erfahren haben, über die Grenzen von Sprache, Kultur, Geschlecht und Religion hinweg: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, … hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“[6]

Flucht heute

Heute treiben vielfältige, sehr unterschiedliche Ursachen Menschen aus ihrer Heimat und auf die Flucht. Manchmal sind es Gründe wie Krieg, Vertreibung oder Hungersnöte, ähnlich wie in biblischen Geschichten oder den Erfahrungen der Älteren unter uns, die um 1945 aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Manchmal liegen die Gründe für Hunger und Flucht gar nicht dort, wo Menschen aufbrechen, sondern hier bei uns - weil wir hier Rohstoffe aus ihrer Heimat brauchen oder Güter in ihre Herkunftsländer exportieren und dadurch die Existenz der Menschen dort gefährden.

Wenn wir uns anschauen, wie und wohin Menschen fliehen, merken wir: Die allermeisten Flüchtlinge sind in ihrem eigenen Heimatland auf der Flucht. Nur 35% - das sind etwa 16 Millionen Menschen - fliehen außer Landes, und von ihnen bleiben dann fast 90% im Nachbarland. Jeder zweite ist minderjährig. Die Zahl derjenigen, die bei uns in der Bundesrepublik ankommen, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Aber es ist nur ein sehr kleiner Teil der Menschen, die auf der Flucht sind. Die alten Mahnungen sind heute ebenso bedeutsam, dass sich der Glaube an Gott gerade daran zeigt, wie wir mit Fremden umgehen – und dass Gerechtigkeit und Recht ihren Prüfstein bei den Fremden finden.

„Gott, du bist unsere Zuflucht für und für“, heißt es im 90. Psalm. Wer dies einmal erfahren hat, wird versuchen zu tun, was Jesus seliggepriesen hat: „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen“.[7]

Was können Sie tun? – Ideen für eigenes Engagement

Wenn Sie sich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen, ist es besser an bestehende Angebote und Initiativen anzuknüpfen als etwas Neues anzufangen. Oft gibt es Integrationsbeauftragte, einen Freundeskreis Asyl, diakonische Flüchtlingshilfe. Haben Sie Wohnraum, den Sie selbst nicht benötigen? Wenn Sie sich vorstellen können, Flüchtlinge/Familien in Ihr eigenes Haus aufzunehmen, nehmen Sie Kontakt zu den Mitarbeitenden im Landratsamt auf. Wenn Sie Kontakte zu Ausbildungsbetrieben haben oder zu Unternehmen, die Arbeitskräfte suchen, können Sie die Verantwortlichen ansprechen. Wenn Sie selbst sich vorstellen können Neuzugezogene zu begleiten, bietet das Patenprogramm des Welcome Center Heilbronn-Franken gute Unterstützung. Und nicht zuletzt: Eigene Offenheit für das Thema und Sensibilisierung auch bei anderen hilft, damit Menschen sagen können: „Ich war fremd. Aber ihr habt mich aufgenommen.“

Kirchenbezirkssynode Weinsberg; 23.10.2015



 

[1] 5. Mose 10, 18

[2] 3. Mose 19, 2.34

[3] Mt 2, 13 – 15

[4] Lk 9, 58

[5] Mt 25,40

[6] Gal 3,28

[7] Mt 25,35

 

 

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